Traumatherapie

Was ist ein Trauma? 

Ein psychisches Trauma ist eine „verzögerte, kurze oder langanhaltende“ Reaktion auf ein belastendes Ereignis oder eine Situation außergewöhnlicher Bedrohung oder katastrophalen Ausmaßes, die bei fast jedem Menschen eine tiefgreifende Verzweiflung auslösen würde.

 

Durch diesen starken Reizzuwachs der mit Gefühlen von Hilflosigkeit, Ausgeliefert sein und Schutzlosigkeit einhergeht missglückt die Erledigung oder Aufarbeitung des Geschehenen und mögliche Störungen stellen sich ein. Eine dauerhafte Erschütterung des Selbst – und Fremdverständnisses kann ausgelöst werden.

 

Was ist Traumatherapie?

Traumatherapie ist ein sehr strukturiertes Gesamtkonzept aus unterschiedlichen Behandlungsschulen, übergreifenden Therapiekonzepten mit diversen Übungen, Verfahren und Interventionen, welches sich auch auf Traumafolgekrankheiten bezieht.
Grundlage sind psychische und neurophysiologische Verfahren, die über längere Zeit entwickelt und erprobt wurden.

Die traumatherapeutische Haltung ist geprägt durch „parteiliche Abstinenz.“
Die verzerrte und verletzte Selbstwahrnehmung der Patienten wird im gemeinsamen Miteinander stark berücksichtigt.
Ebenso stellen Sicherheit und Orientierung durch Information über alles was im „Hier und Jetzt“ geschieht und Aufklärung der Symptome im Sinne von Psychoedukation einen wesentlichen Aspekt dar.
Die PatientInnen werden als ExpertInnen für ihre Traumatisierung gesehen, als Therapeutin bin ich die Expertin für Methoden und wissenschaftliche Hintergründe.



Therapiemodell: 4 Phasen
 

  1. Anamnese, Diagnostik, therapeutischer Beziehungsaufbau
  2. Stabilisierung
    Erlangung von Kontrolle über die inneren Vorgänge (körperliche, imaginative und kognitive Übungen), Gefühl von „ausgeliefert sein“ reduzieren; Kontrolle für das eigene Innenerleben herstellen
  3. Traumakonfrontation und Traumasynthese
    Ereignisse aus der Traumageschichte werden kontrolliert und fraktioniert bearbeitet, schrittweise Konfrontation mit speziellen Techniken (EMDR, BRAINSPOTTING, SOMATIC EXPERIENCINGSCREENTECHNIK für Beschreibung bitte auf das Wort klicken)
  4. Integration, Trauer und Neuorientierung
    Durch Phasen 1 – 3 wird die Traumageschichte integrierbar in die Lebensgeschichte und erlebbarer Teil der Biografie. Der gesamte Prozess ist erfahrungsgemäß schmerzhaft, findet in wiederholten kleinen Schritt statt und ist begleitet von Trauer.


Bei psychischer Traumatisierung können mitunter dauerhafte Störungen der Informationsverarbeitung und der Gedächtnisleistung im Gehirn auftreten. Unter anderem sind somit traumatische Erlebnisse nicht dem Alltagsbewusstsein zugänglich, können aber bei bestimmten Signalreizen (Trigger) unwillkürlich z. B. als Flashbacks oder Überreaktionen auftreten. In der Traumatherapie werden jene traumatischen Fragmente in portionierter kontrollierter Form der Verarbeitung zugänglich gemacht.

Wer kann Traumatherapie in Anspruch nehmen, wann ist eine Traumatherapie sinnvoll?

Wenn Sie sich von oben genannten Beschreibungen angesprochen fühlen, und merken dass Faktoren auf sie zutreffen macht es Sinn sich einen Abklärungstermin zu vereinbaren. Als Kinder- und Jugendtherapeutin bin ich auch für Traumen bei Kinder und Jugendlichen ausgebildet.

Wie häufig und in welchen Intervallen finden Sitzungen statt?

Dies wird mit dem Klient/der Klientin persönlich vereinbart.
Es sind wöchentliche oder zweiwöchentliche Intervalle in Form von Einzel- oder Doppeleinheiten möglich. Aufgrund des 4 Phasenmodells ist hier ein etwas längerer Therapieprozess einzuplanen.

Mögliche Themen

Akuttraumen, Ängste, Depression, psychische, seelische, körperliche, emotionale Traumen aller Art, Sucht – und Abhängigkeiten, Kindheit, Krisenbewältigung, Missbrauch, Misshandlung, Tod – Trauer, Konflikte, Sexualität, Grenzen setzen, Persönlichkeit, Sinnfragen, Identität, Stressabbau, Mobbing, Umgang mit Krankheit, Katastrophen aller Art, Unfälle, Überfälle, Massaker, Kriegstraumen

Ziel einer Therapie

Ziel einer Traumatherapie kann es unter anderem sein, unkontrollierte, einschränkende Verhaltens- und Denkmuster zu ändern, Trigger aufzulösen, traumatische abgespaltene Fragmente in die Lebensgeschichte zu integrieren um ein „steuerbares“ individuell gestaltetes Leben (psychisch, physisch, emotional und seelisch) führen zu können. Auflösung der Sichtweise von „ Ich bin dem Leben und seinen Bedingungen ausgeliefert“ in „Ich bin mir meiner Geschichte und deren Auswirkungen bewusst und bin behutsam Gestalterin/Akteurin meines Lebens.“