Kinder- & Jugendtherapie inkl. Traumatherapie

Was ist systemische Kinder-und Jugendtherapie?

Kinder und Jugendliche können Probleme häufig noch nicht benennen und somit auch keinen Lösungen zuführen. Körperliche und emotional seelische Leiden können unterschiedliche Ursachen und Auswirkungen haben. Schwierigkeiten werden durch verschiedene Symptome und Verhaltensauffälligkeiten ausgedrückt da diese häufig noch nicht in einer erwachsenen Sprache formuliert werden können. Dies ist oftmals eine Indikation für eine nötige Therapie. Systemische Kinder- und Jugendtherapie definiert sich aus verschiedenen Settings mit Eltern oder möglichen sonstigen HelferInnen mit kreativen, unterschiedlichen altersadäquaten Interventionen.

 

Warum die Eltern systematisch einbeziehen?

Die Eltern sind die rechtlichen Vertreter des Kindes, somit wird der Therapiekontrakt mit ihnen geschlossen. Die Eltern können aus ihrer Sicht die Problematiken, Zusammenhänge und Ressourcen beschreiben und Ideen für Therapieziele einbringen. Sollten im System „Dritte“ involviert sein (Jugendwohlfahrt, etc.) müssen die Aufträge gemeinsam geklärt werden. Einerseits brauchen Eltern emotionale Entlastung und Unterstützung im Umgang mit den eigenen Emotionen und Sichtweisen sowie Handlungsstrategien und andererseits sind sie Teil (systemisch betrachtet) der Entstehung und Aufrechterhaltung des Problemsystems des Kindes. Jedes Handel und Nichthandeln der beteiligten Personen hat Auswirkungen auf das gesamte Lebenssystem. Somit ist die Einbeziehung der Eltern ein wesentlicher Teil der Lösung, um vorhandene Ressourcen zu aktivieren. Ebenso wird das Kind durch die Mitarbeit der Eltern motiviert und es wird nicht das Gefühl vermittelt: „Reparieren sie mir mein Kind, irgend etwas stimmt da nicht.“

 

Warum die Kinder systematisch einbeziehen?

Es ist wesentlich einen kindgerechten Therapievertrag zu formulieren. Häufig ist es so, dass die Kinder kein Problemempfinden wahrnehmen, und nur da sind weil die Eltern es wollen. Somit ist es wichtig dass das Kind oder der Jugendliche die Möglichkeit hat, seine Sichtweisen und Zusammenhänge einzubringen. Es ist wichtig eine Kooperation zu entwickeln und Beziehungsarbeit zu leisten. Da Kinder von Familienereignissen besonders betroffen sein können ist es wesentlich dass auch sie Platz haben ihre Emotionen auf ihre individuelle Art und Weise auszudrücken. Das Kind wird ebenso als Verursacherin oder Aufrechterhalter des Problems gesehen, wenn es z. B. die Hausübungen nicht macht, aggressiv wird, einnässt,... Kinder sind ebenfalls Teil der Lösung und können durch Kooperation, Verstörung oder Veränderung auch Veränderung bei den Eltern und somit des gesamten Familiensystems erzeugen. Eigene verlegte Ressourcen werden wiederentdeckt und mit spielerischen Fähigkeiten und Interventionen Lösungen er- und gefunden.

Warum die Familie/andere Systeme einbeziehen?

Manchmal kann es hilfreich sein, Interaktionen im Familienkontext oder in Subsystemen zu beobachten, um bisher nicht wahrgenommene Schwierigkeiten sichtbar zu machen. (Geschwisterrivalität, Sündenbock, schwarzes Schaf, Tabuisierungen und Familiengeheimnisse, Kommunikationsstil und Loyalitäten, etc.) Funktionale und kausale Zusammenhänge zwischen Individuum und Systemen könne einiges zu den Schwierigkeiten beitragen. Wenn die Familie als gemeinsames System auftritt werden Wert wie Zusammengehörigkeit, Verbundenheit, etc. vermittelt. Dies kann Ressourcen im Sinn von Motivation, Hoffnung, Ziele freisetzen. Ebenso können im Mehrpersonenkontext „technische“ und „soziale“ Fähigkeiten erlernt werden wie streiten, zuhören, diskutieren etc.

Therapeutische Haltung 

  • Ressourcenorientiert, Stärken und Fähigkeiten werden ausgebaut, Schwächen reduziert
  • Wertschätzung und Empathie, keine Schuldzuweisungen sondern Verantwortungsübernahme und Zutrauen
  • Würdigung und Annahme, die Betroffenen sind die Experten ihrer Situation
  • Praktischer Zugang, lösungsorientiert, zielorientiert
  • reduzierte Ursachenforschung Fokus auf praktikable und wirksame Lösungen im Sinne aller beteiligten Personen
  • flexibles, adäquates Setting und Methodenvielfalt


Wie häufig und in welchen Intervallen finden Sitzungen statt?

In der Kindertherapie wird ein möglichst flexibles Setting gewählt, um allen Ansprüchen und auch aktuellen Anforderungen gerecht zu werden. Intervalle und Dauer der Einheiten werden zumeist mit den Eltern/Angehörigen/HelferInnen unter Einbezug der Bedürfnisse des jungen Menschen vereinbart. Als systemische Familientherapeutin orientiere ich mich an der lösungsorientierten Kurzzeittherapie, in den individuellen Prozessen wird die Dauer der Therapie sichtbar und dadurch individuell vereinbart.

Mögliche Themen

Beratung vor einer Scheidung, Ängste aller Art, Aggression, Depression, Traumen, Sucht und Abhängigkeiten, Erziehungsfragen, Abnabelung der Kinder, Bewältigung von Krisen, Missbrauch, Misshandlung, psychische Gewalt, Essstörungen, Schulversagen, Trennung/Scheidung, Tod, Trauer, Konflikte, Sexualität, Grenzen setzen, Bett nässen, Persönlichkeit, Identität, Selbstvertrauen, Mobbing, Umgang mit Krankheit, Selbstwert, Selbstwahrnehmung, Sinnfragen, Schüchternheit…

Ziel einer Therapie

Ein grundlegendes Ziel kann eine Symptomverbesserung oder Auflösung sein. Entwicklungshemmende Verhaltensweisen und Ursachen werden reduziert und ein Aufbau von entwicklungsfördernden Bedingungen unterstützt. Förderung  von Selbstvertrauen, Erleben von Selbstbeobachtungsübungen und Selbstwahrnehmung, Erfolgserlebnissen, Ausprobieren von alternativen Strategien.